Ratgeber

Homeoffice-Arbeitsplatz einrichten: Checkliste für Bildschirm, Licht und Kabel

Bildschirmhöhe, Licht, Ladeplatz und Drucker: Diese Checkliste hilft, den Schreibtisch so einzurichten, dass er auch nach einem langen Arbeitstag noch funktioniert.

Ein Homeoffice entsteht oft nebenbei: ein Tisch, ein Laptop, eine Steckdosenleiste. Die Kompromisse zeigen sich erst im Alltag, im Nacken, an den Augen und im Kabelsalat unter dem Tisch. Diese Checkliste geht den Arbeitsplatz Punkt für Punkt durch. Eine ergonomische Beratung ersetzt sie nicht, die häufigsten Schwachstellen lassen sich damit aber mit einfachen Mitteln beheben. Zu jedem Punkt steht, worauf es beim passenden Zubehör ankommt, dazu die Links zu unseren Vergleichen.

1. Den Bildschirm auf die richtige Höhe bringen

Als Faustregel gehört die oberste Textzeile ungefähr auf Augenhöhe oder knapp darunter, und zwischen Augen und Bildschirm liegt etwa eine Armlänge. Laptops und viele Monitore stehen auf ihrem Standardfuß deutlich zu tief, der Kopf neigt sich dann den ganzen Tag nach vorn.

  • Messen Sie vor dem Kauf: Setzen Sie sich aufrecht hin und prüfen Sie, wie viele Zentimeter bis zur richtigen Höhe fehlen. Die Monitorerhöhungen aus unserem Vergleich der Monitorständer heben den Bildschirm je nach Modell um rund 10 bis 14 cm an, einige lassen sich zusätzlich in der Höhe verstellen.
  • Ein einzelner Monitor kommt mit Plattformen um 40 cm aus. Für zwei Bildschirme nebeneinander gibt es Ausführungen mit 80 cm und mit mehr als einem Meter Länge.
  • Die verglichenen Erhöhungen sind laut Hersteller für 14 bis 30 kg ausgelegt. Für die meisten Einzelmonitore genügt das, bei zwei großen Bildschirmen auf einer Plattform lohnt der Blick ins Datenblatt.
  • Modelle mit Schublade, zweiter Ebene oder Kabeldurchlass schaffen zusätzlich Platz für Notizblock, Tastatur oder Ladegeräte.
  • Wer hauptsächlich am Laptop arbeitet, stellt ihn erhöht auf und tippt auf einer separaten Tastatur. Nur so passen Bildschirmhöhe und Handhaltung gleichzeitig.

2. Licht: Arbeitsfläche hell, Bildschirm ohne Spiegelungen

Am angenehmsten ist Tageslicht von der Seite. Ein Fenster direkt hinter dem Bildschirm blendet, eines im Rücken spiegelt sich im Display. Der Schreibtisch steht deshalb am besten so, dass das Fenster links oder rechts liegt.

  • Für die dunklen Stunden sitzt eine Bildschirmleuchte oben auf dem Monitor und richtet ihr Licht nach vorn auf die Tischfläche. Sie belegt keinen Platz auf dem Schreibtisch und ersetzt bei vielen Arbeitsplätzen die klassische Tischlampe.
  • Helligkeit und Lichtfarbe sollten sich einstellen lassen. Die meisten Leuchten im Vergleich der Bildschirmleuchten laufen mit 5 V über ein USB-Kabel und lassen sich per Fernbedienung oder Touch-Feld steuern.
  • Für gewölbte Monitore gibt es eigens geformte Leuchten. Die angegebene Länge, im Vergleich etwa 40, 51 oder 66 cm, setzen Sie ins Verhältnis zur Breite Ihres Bildschirms.
  • Eine Webcam auf dem Monitor oder ein sehr dünner Bildschirmrand kann mit der Klemme der Leuchte kollidieren. Schauen Sie vorher nach, wo die Halterung aufliegt.
  • Eine farbige Hintergrundbeleuchtung hinter dem Monitor sorgt für Stimmung, ersetzt aber keine Arbeitsbeleuchtung auf der Tischfläche.

3. Tablet und Smartphone auf Augenhöhe holen

Videocalls, Nachschlagen, Dokumente lesen: Ein flach liegendes Tablet zwingt den Blick nach unten, und im Videocall sieht das Gegenüber vor allem Ihr Kinn.

  • Ein Ständer mit einstellbarem Winkel und, wenn möglich, einstellbarer Höhe bringt das Gerät in eine bessere Position.
  • Die Modelle im Tablet-Ständer-Vergleich reichen vom kompakten, faltbaren Tischständer bis zur Schwanenhals-Halterung mit Klemme, die sich auch am Bett oder Sofa nutzen lässt.
  • Welche Bildschirmdiagonalen ein Ständer aufnimmt, geben die Hersteller an. Ein Modell im Vergleich nennt etwa 4,7 bis 13 Zoll und passt damit vom Smartphone bis zum großen Tablet.
  • Sitzt die Ladebuchse unten, braucht der Ständer eine Aussparung, damit das Gerät beim Laden aufrecht stehen kann.

4. Ein Ladeplatz statt fünf Netzteile

Laptop, Smartphone, Kopfhörer, Uhr, Tablet: Schnell stecken fünf Netzteile in der Steckdosenleiste. Ein gemeinsamer Ladeplatz spart Steckdosen und Kabelsalat.

  • Notieren Sie zuerst, welche Geräte gleichzeitig laden sollen und welche Leistung der Laptop laut Netzteil braucht.
  • Bei einem Mehrport-Netzteil teilt sich die Gesamtleistung auf, sobald mehrere Geräte hängen. Im Datenblatt steht, wie viel Watt am Laptop-Anschluss übrig bleiben, wenn zusätzlich das Smartphone lädt. Netzteile mit bis zu vier Anschlüssen stehen im Vergleich der 100-W-Ladegeräte.
  • Für hohe Leistungen über USB-C braucht es ein Kabel, das für 5 A ausgelegt ist. Ein schwächeres Kabel bremst auch ein starkes Netzteil aus, einige Netzteile im Vergleich liefern ein passendes Kabel mit.
  • Eine Qi2-Station hält das Telefon magnetisch in Position und lädt es nebenbei, ohne dass ein Kabel eingesteckt werden muss. Der Qi2-Vergleich reicht von einfachen Ladepads bis zu 3-in-1-Stationen für Telefon, Uhr und Kopfhörer. Die Ladeleistung am Telefon, 15 oder 25 W, hängt vom Modell ab.

5. Drucken ohne große Druckerstation

Wer nur selten druckt (ein paar Formulare, ab und zu ein Versandetikett), braucht keinen großen Drucker mit Tintenpatronen auf dem Schreibtisch.

  • Ein mobiler Thermodrucker braucht weder Tinte noch Toner, sondern wärmeempfindliches Thermopapier. Er ist klein genug für eine Schublade oder die Laptoptasche.
  • Thermodruck ist einfarbig, und Thermopapier kann mit der Zeit verblassen. Für Unterlagen, die viele Jahre lesbar bleiben müssen, ist das ein echter Nachteil.
  • Alle Geräte im Thermodrucker-Vergleich drucken über Bluetooth, einige zusätzlich per USB oder WLAN. Die zugehörige App oder der Treiber muss zu Ihrem Betriebssystem passen.
  • Die meisten Modelle drucken bis A4. Für Paketetiketten zählt das Format 10 × 15 cm.

6. Kabel und Kleinkram ordnen

  • Die Steckdosenleiste gehört unter oder hinter den Tisch, nicht mitten in den Laufweg.
  • Bündeln Sie Kabel, die gemeinsam verlaufen, und führen Sie sie an einem Tischbein nach unten.
  • Jedes Ladekabel bekommt einen festen Platz, damit es nicht abends im Wohnzimmer verschwindet.
  • Im Schreibtischcontainer halten verstellbare Schubladentrenner Stifte, Adapter und Notizzettel auseinander.

Die Checkliste zum Abhaken

  • Oberste Bildschirmzeile auf oder knapp unter Augenhöhe
  • Abstand zum Bildschirm etwa eine Armlänge
  • Fenster seitlich, keine Spiegelungen im Display
  • Arbeitslicht dimmbar, Lichtfarbe einstellbar
  • Tablet oder Smartphone im Ständer statt flach auf dem Tisch
  • Ein Netzteil mit genug Leistung für alle Geräte und Kabel, die diese Leistung tragen
  • Drucker nur so groß wie nötig
  • Kabel gebündelt, Laufwege frei

Typische Stolpersteine

  • Ohne Maß gekauft, verschiebt eine zu hohe oder zu niedrige Monitorerhöhung das Problem nur.
  • Ein heller Bildschirm in einem dunklen Raum strengt die Augen an, abends gehört deshalb zusätzliches Licht auf die Tischfläche.
  • Die Ladeleistung richtet sich nach dem schwächsten Glied der Kette, ein starkes Netzteil mit schwachem Kabel bringt wenig.
  • Verträge und Belege, die lange lesbar bleiben müssen, drucken Sie besser per Tintenstrahl oder Laser als auf Thermopapier.

Die Vergleiche, auf die wir hier verweisen, stützen sich auf Datenblätter und Herstellerangaben, gemessen haben wir selbst nichts. Wie die Noten zustande kommen, steht in unserer Methodik. Mehr zum Schreibtisch gibt es in der Kategorie Büro & Homeoffice.

Passende Vergleiche

Nach oben